Mariam Gegidze

Kurzvita

  • 2020 Gründung vom Tbilisi Architecture Archive – taa.net.ge
  • 2017-2021 Freie Mitarbeit in der BauNetz Redaktion
  • 2015 Mitarbeit am Projekt „Dialogic City – Berlin wird Berlin“
  • 2014-2015 Organisation der Ausstellung „Post-Oil City. The History of the City`s Future“ in Tbilisi und Herausgabe eines georgischsprachigen Katalogs, gemeinsam mit ARCH+
  • 2009-2014 Masterstudium der Kulturwissenschaft, Humboldt Universität zu Berlin
  • 2012-2013 redaktionelle Mitarbeit in der Architekturzeitschrift ARCH+
  • 2002-2007 Diplomstudium der Architektur, Staatliche Akademie der Künste Tbilisi

Veröffentlichungen

  • Queernees im öffentlichen Raum. Poligonal vermitteln Erfahrungen marginalisierter Grippen. In: BauNetzWoche#569, 2020
  • Architektur im Archiv. Vom Sammeln, Kuratieren und Digitalisieren. BauNetzWoche#558, 2020
  • Initiative Gewinnt. Eliso Sulakauri. In: BauNetzWoche#549, 2020
  • Optimismus und Arbeitsteilung. Super Future Collective. In: BauNetzWoche#527, 2019
  • Wer hat Angst vor(M) Biest? Ein Künstlerduo aus Berlin entwirft flüchtige Raumkonstellationen für ein nomadisches Zeitalter. In: BauNetzWoche#500, 2017
  • Everything not forbidden is allowed / Alles was nicht verboten ist, ist erlaubt (gem. mit Manjavdize D. und Opel, N.), in: ARCH+ 224, 2016 / Danarti 8, 2018.
  • … lebt und arbeitet in Berlin (gem. mit Hönig, T.), in: Brandlhuber, A. et al. The dialogic city — Berlin wird Berlin. Köln 2015.
  • Glossary (gem. mit Bakradze, L. und Tchatchkhiani, N.), in: Post-Oil City. The History of the City`s Future (geo.) Tbilisi 2015.
  •  Auf der Suche nach dem großen Wurf (gem. mit Spruth, D.), in: ARCH+ 209, 2012.
  • D. Moskau–Berlin—London (gem. mit Ngo, AL. und Spruth, D.), in: ARCH+ 209, 2012.
  • Zwischen Staat, Markt und Gesellschaft. (gem. mit Spruth, D.), in: ARCH+ 209, 2012.

Geschichten aus der Sammlung – Archiv für sowjetische Architektur in Georgien (Arbeitstitel)

Ob Skizzen oder Notizen, Pläne oder Modelle – die Architekturdokumente können archiviert und später neu zum Sprechen gebracht werden. In solchen Sammlungen findet eine fortlaufende Umschichtung und Transformation der Fakten statt. Sie sind Wissensspeicher, die für die Sichtbarmachung der Architektur und die Stärkung des öffentlichen Architekturdiskurses unentbehrlich sind. Und wenn ihr großer Teil fehlt, sind sowohl die Forscher*innen als auch die Planer*innen und Architekturinteressierte mit einer Überlieferungslücke konfrontiert.

Die geplante Arbeit setzt sich mit alternativen Sammlungs- und Vermittlungsmethoden der Architektur auseinander. Das Sammeln als Praktik erfährt aktuell innerhalb unterschiedlichster Disziplinen Aufmerksamkeit. Im Zentrum der Überlegungen steht die Frage danach, in welcher Verbindung Sammeln und Wissen miteinander stehen. Denn wenn Wissen durch Sammeln generiert wird, ist auch das Architekturwissen zum großen Teil durch das Sammeln der architekturbezogenen Objekte und Dokumente geprägt. Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen dem Verlust der Architektursammlungen und der Beeinträchtigung der einzelnen Bauwerke? Und inwieweit kann die Sichtbarmachung der verschollenen Sammlungen die Wertschätzung bestimmter Architekturen erhöhen? – Diese Fragen werden in der Dissertation an der Situation in Georgien untersucht.

Als nach dem Zerfall der Sowjetunion die ehemalige Sowjetrepublik Georgien in eine schwere politische, wirtschaftliche und soziale Krise stürzte, brach auch der ohnehin geschwächte Bausektor zusammen. Seitdem sind mehrere Bauwerke und Monumente abgerissen und entfremdet worden und bis jetzt sind in Tbilisi nur drei Gebäude der sowjetischen Architektur in der Denkmalliste eingetragen. Auch die staatlichen Planungs- und Forschungsinstitute wurden nacheinander geschlossen und Planbestände, die in diesen Institutionen untergebracht waren, sind heute zum Teil nicht mehr auffindbar oder wurden bis jetzt nicht erschlossen. Im Hinblick darauf, scheint die Sicherung der noch vorhandenen Architekturdokumenten und Analyse des tatsächlichen Ausmaßes des Verlustes, ihre Vermittlung und die Diskussion über die jüngere Architekturgeschichte umso wichtiger.

Erst durch die Öffnung und Sichtbarmachung der Architektursammlungen in Georgien werden sich auch neue Strategien entwickeln lassen, um Antworten für die Frage nach der weiteren Entwicklung zu gewinnen. Im Rahmen der Dissertation werden neue Methoden auf der Website Tbilisi Architecture Archive direkt erprobt. Dieses alternative Architekturarchiv soll sich auf Grundlage des Wissens um die historischen Zusammenhänge, den aktuellen Fragestellungen und Aufgaben in der Architektur stellen, neue Diskurse anregen und diese auch in Forschung nachhaltig weiterverfolgen.