π

Konstantin Wächter

Konstantin Wächter

Kurzvita

  • 2002–09 / Diplomstudium der Architektur, TU Dresden und École d’Architecture Straßburg, Diplomthema: „WohnHaft – Offener Vollzug der JVA Chemnitz“
  • 2011–12 / Masterstudium Denkmalpflege an der TU Berlin, Masterarbeit: Berlin-Lichtenberg, Tierpark Friedrichsfelde – Sozialistischer Planzoo des Kollektivs Graffunder
  • seit 2013 / Wiss. Mitarbeit im Akademieprojekt „Kulte im Kult“ unter Leitung von Prof. Dr. Helga Bumke, Lehrstuhl für Klassische Archäologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • 2013–14 / Wiss. Mitarbeit zu bauarchäologischen und bauhistorischen Untersuchungen zum Schloss auf der Pfaueninsel unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dorothée Sack und Prof. Dr. Elgin von Gaisberg, TU Berlin
  • 2013–2016 / Freie Mitarbeit in verschiedenen Büros für Bauforschung in Berlin
  • seit 2014 / Wiss. Mitarbeit im interdisziplinären Forschungsprojekt „Das ernestinische Wittenberg“, Stiftung Leucorea, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, TU Berlin

 


Kontakt

Technische Universität Berlin
Fakultät VI – Planen Bauen Umwelt
Institut für Stadt- und Regionalplanung
Fachgebiet Denkmalpflege
DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“
D-10623 Berlin

Sitz: Ernst-Reuter-Platz 1 | BH-A 340
D-10587 Berlin

konstantin.waechter[at]tu-berlin.de

Strategien gebauter Akkulturation
Die Berliner Gemeindesynagogen zwischen Märzrevolution und Nationalsozialismus.

Das kontinuierliche Anwachsen der Jüdischen Gemeinde in Berlin im 19. und frühen 20. Jahrhundert machte die Errichtung zahlreicher jüdischer Einrichtungen innerhalb einer stark protestantisch geprägten Umgebung notwendig. Der Umfang der Gemeindemitglieder bedingte große Sakralbauten, um dem stetig steigenden synagogalen Bedarf begegnen zu können. Wie verhielt sich die jüdische Gemeinde mit ihren Großbauten gegenüber einem mehrheitlich christlichen Umfeld, das ihr stets auch mit antisemitischen Anfeindungen gegenüberstand?

Die Gemeindesynagogen als identitätsstiftende Bauaufgabe waren durch zahlreiche Faktoren geprägt. Da sich die Gemeindeverwaltung verantwortlich für die Gesamtheit der jüdischen Mitbürger Berlins und somit eine sowohl sozial als auch religiös vielfältige Gemeinde sah, muss von einer heterogenen Bauherrenschaft ausgegangen werden. Zusätzlich wurde mit den Gebäuden auf aktuelle politische und gestalterische Tendenzen innerhalb Deutschlands reagiert. So beeinflusste das allmählich herausgebildete und vergleichsweise jungen Nationalverständis Deutschlands und dessen noch nicht gefestigte Suche nach geeigneter Machtrepräsentation auch die Positionen der Jüdischen Gemeinde. Die Errichtung einer neuen Synagoge stand somit im Spannungsfeld verschiedener Interessen und Ziele.

Eine Untersuchung der städtebaulichen und typologischen Entwicklung der elf Berliner Gemeindesynagogen innerhalb des Untersuchungszeitraumes möchte diese „Strategien gebauter Akkulturation“ nachvollziehen. Gerade in Berlin mit seinen verschieden geprägten Vierteln sind die Auswirkungen der städtebaulichen Struktur auf die typologische Gestaltung der Synagogen nachvollziehbar. Bildeten sich in der deutschen Hauptstadt eigenständige Bautypologien heraus oder sind die Berliner Synagogen typologisch denen anderer Städte vergleichbar? Bestanden Wechselwirkungen in der Entwicklung des Synagogen- und Kirchenbaus und wie beeinflussten Synagogen ihr unmittelbares Wohnumfeld? Die Forschung möchte über verschiedene Fragestellungen und methodische Konzepte der typologischen und städtebaulichen Entwicklung der Berliner Gemeindesynagogen nachgehen und somit die Präsenz und das Selbstverständnis dieser heute überwiegend verlorenen Bauten im Berliner Stadtbild wieder nachvollziehbar machen.