Einblicke

Unser Graduiertenkolleg auf Social Media Kanälen

Ab 2023 können Sie die aktuellen Veranstaltungen unseres Graduiertenkollegs auf Instagram und Facebook mitverfolgen. Wichtige Ereignisse kündigen wir in unserem Newsletter an. Viele Ringvorlesungen können in unserem Podcast als Tonaufnahmen nachgehört werden. Unser Social Media Angebot wird die Rubrik Einblicke fortan ersetzen.

Nachruf: Prof. Dr.-Ing. Hermann Schlimme (1969–2023)

Bestürzt und tief betroffen trauern wir um unseren hochgeschätzten Kollegen Prof. Dr.-Ing. Hermann Schlimme, der am 6. August 2023 in Italien auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Hermann Schlimme war seit seiner Berufung auf die Professur Bau- und Stadtbaugeschichte an der TU Berlin im Jahre 2017 Mitglied des Graduiertenkollegs „Identität und Erbe“, als welches er mehrere Dissertationen mitbetreut hat. Mit seinem breiten Fachwissen und seinen überlegten und wohlformulierten Diskussionsbeiträgen hat er das Kolleg wesentlich bereichert.

Nach dem Studium der Architektur und der Promotion an der TU Braunschweig mit einer Arbeit über die frühneuzeitlichen Kirchenfassaden der Stadt Rom war Hermann Schlimme von 1998 bis 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bibliotheca Hertziana in Rom. Zunächst als Assistent für Bauaufnahme und Baudokumentation zuständig, hat er auch wesentlich zur Entwicklung von digitalen Aufnahmeverfahren von Architekturzeichnungen beigetragen. Dem Thema Digitalisierung blieb er auch darüber hinaus verbunden, so ab 2013 in einem Kooperationsprojekt mit dem Beijing Tsinghua Institute for Digitization zur Aufnahme des Alten Sommerpalastes Yuanmingyuan in Beijing. Bis zuletzt war er überdies leitend engagiert im Projekt baureka.online – Research Repository, Catalogue and Archive for Architectural History and Building Archaeology.

Ab 2002 leitete er in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte sein eigenes Forschungsprojekt „Wissensgeschichte der Architektur“, aus dem 2015 seine Habilitation an der TU Wien, wo er seit 2006 lehrte, sowie eine dreibändige, zusammen mit Jürgen Renn und Wilhelm Osthues edierte Publikation resultierte. Als Hochschullehrer war Hermann Schlimme aber auch offen für neue Themen und neue Ansätze, wie das vor zwei Jahren zusammen mit Sarah Rivière herausgegebene Buch „Berliner Architekt*innen. Oral History“ eindrücklich belegt.

Entsprechend groß ist die Lücke, die Hermann Schlimmes völlig unerwarteter Tod in der Lehre und Forschung der Architektur-, Bautechnik- und Wissensgeschichte hinterlässt. Er ruht nun in seiner Wahlheimat Rom auf dem Cimitero Acattolico nahe der großen Architekturhistoriker Richard Krautheimer, Wolfgang Lotz und Christoph Thoenes. Die Mitglieder des Graduiertenkollegs „Identität und Erbe“ werden Hermann Schlimme in dankbarer Erinnerung bewahren.

Neuerscheinung „Praktiken des Erbens“

Im Oktober 2022 ist der dritte Band unserer Schriftenreihe mit dem Titel „Praktiken des Erbens“ im Bauhaus-Universitätsverlag erschienen.

Ausgehend von der Bemerkung des Philosophen Jacques Derrida, dass Erbe immer auch eine Aufgabe sei, widmet sich die von Simone Bogner, Michael Karpf und Hans-Rudolf herausgegebene Jahresschrift den sozialen und kulturellen Praktiken der Bezugnahme auf Vergangenheit(en) und Identität(en). Mit einem (kulturellen) Erbe soll und muss etwas getan werden, um es überhaupt hervorzubringen. Es konstituiert sich erst im Akt des (Nicht-)Erbens, das heißt im Wechselverhältnis mit den mit und an ihm ausgeführten Praktiken. Gleichwohl ermöglicht erst deren Verbindung mit den materiellen Überresten und Überlieferungen des Erbes eine Aneignung oder Ablehnung der Vergangenheit sowie die Fort- und Umschreibung eines bereits bestehenden Erbes. Diese Vorgänge sind nicht willkürlicher Natur: Die Möglichkeiten zur Interpretation und Deutung werden durch die sozialen, politischen, kulturellen, ökonomischen und technischen Bedingungen der Gegenwart sowie durch die Geschichte und Materialität des Erbes beschränkt, erweitert und gelenkt. Erbe und Erbeprozesse müssen deshalb notwendigerweise miteinander in Beziehung gesetzt werden.


Das Buch (264 Seiten, ISBN: 978-3-95773-303-0) kann ab sofort im Bauhaus-Universitätsverlag bestellt werden: https://asw-verlage.de/katalog/praktiken_des_erbens-2518.html

Dinge, die verbinden: Objekte und Erbekonstruktionen

24.-25. November 2022

Die Anmeldung für die 6. Jahrestagung unseres Graduiertenkollegs im Architekturforum der Technischen Universität Berlin ist online! Die diesjährige Konferenz lenkt den Fokus auf die Forschungsobjekte der Doktorand:innen des Kollegs. Wie werden Dinge – nicht selten konflikthaft – symbolisch aufgeladen? Wie stehen Narrative, die Bezüge auf Erbe strukturieren, in Zusammenhang mit solchen Dingen? Können vormals übersehene Dinge neue Erbekonstruktionen anregen?

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Exkursion des Graduiertenkollegs nach Skopje, Pristina und Sarajevo

1.-9. September 2022

Seit dem letzten Krieg auf dem Territorium des ehemaligen Jugoslawiens sind kaum zwei Jahrzehnte vergangen. Heute ist der ehemals multiethnische Staat in Nationalstaaten zerfallen und neue Grenzen wurden errichtet. Mit seiner Forschungsreise nach Nordmazedonien, Kosovo und Bosnien-Herzegowina richtet das Graduiertenkolleg sein Augenmerk auf Objekte und Orte, die als umstrittenes Erbe gelten. Welchen Umgang finden Menschen heute mit kulturellem Erbe, dass entweder bedeutungslos wurde oder in der Gegenwart mit Bedeutungen aufgeladen wird.? Welche Vergangenheiten hinterließen Spuren in den urbanen Räumen von Skopje, Pristina und Sarajevo? Welche Herausforderungen bestehen für das Zusammenleben verschiedener Gruppen? Welche gemeinsamen Narrative finden Sie und wer stellt sich diesen Fragen?

An der Exkursion nehmen 24 Kollegiat:innen und Professor:innen teil. Geplant sind Begegnungen mit dem Büro PrivatePrint, Marco Icev, Suzana Milevska, Salija Halima, der Young Roma Women Association of Shuto Orizari, Gjorji Moisov, einem Audiowalk von Ivan Sidjimovska, dem Team der Manifesta Pristina 2023, Bekim Ramku, Paul Domenec, den Partisanendenkmälern von Bogdan Bogdanovic, Nedzla Potogija und Tobias Strahl.

Als öffentliche Veranstaltung findet am 5. September um 19 Uhr im Kino Armata (Pristina, Kosovo) eine Podiumsdiskussion zwischen Mitgliedern des Graduiertenkollegs und dem Team der Manifesta 14 unter dem Titel „Negotiating storytelling: Heritage constructs as contested narrative devices“ statt. Auf dem Podium diskutieren: Bekim Ramku, Paul Domenec, Simone Bogner, Aysegül Dinccag, Michael Karpf und Wolfram Höhne.
https://www.facebook.com/events/609492417398678?ref=newsfeed

Neuerscheinung „Instabile Konstruktionen”

Im April 2022 ist der zweite Band unserer Schriftenreihe mit dem Titel “Instabile Konstruktionen” im Bauhaus-Universitätsverlag erschienen. Die von Simone Bogner, Gabi Dolff-Bonekämper, Hans-Rudolf Meier herausgegebene Jahresschrift berichtet von den interdisziplinären Forschungen der ersten Kohorte unseres Kollegs (2016-2019). In den Kapiteln „Vergangenheiten bauen“, „Konstrukte konfigurieren“, „Erbe neu verhandeln“, „Verlorenes Erzählen“ und „Denkmalpflege positionieren“ entwickeln die Autor:innen vielfältige Perspektiven auf das Themenfeld Identität und Erbe.
Das Buch (264 Seiten, ISBN:978-3-95773-301-6) kann ab sofort im Bauhaus-Universitätsverlag bestellt werden: https://asw-verlage.de/katalog/instabile_konstruktionen-2476.html
Weitere Informationen: https://www.identitaet-und-erbe.org/publikationen/instabile-konstruktionen

Ringvorlesung im Sommer 2022

Die Konflikte um das kulturelle Erbe in Bosnien, Kosovo und Mazedonien stehen im Mittelpunkt der Ringvorlesung. Die Geschichtspolitiken um Architekturen, Denkmäler, Stadtplanungen und Archive sind in der Region des ehemaligen Jugoslawiens von den Erinnerungen an das sozialistische Erbe, dessen nationale Vorgeschichten und den Interventionen der Nato in den 1990er Jahren geprägt.
Weiterhin tragen unsere Gäste zu den Technologien der Wissensbildung, der kolonialen Vergangenheit Kongos, der Erinnerung an den Holocaust in den sozialen Medien und der Aneignung von Geschichte in Reenactments vor. Alle Vorträge sind öffentlich.

Hier finden Sie weitere Informationen zu unseren Gästen und den Vortragsthemen.

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Auswahlverfahren 2022

Am 1. April 2022 endete die Bewerbungsfrist für die dritte Kohorte unseres Graduiertenkollegs, die zum 1. Oktober an den Standorten Berlin und Weimar ihre Arbeit aufnehmen wird. Uns erreichten Bewerbungen zu aktuellen Fragen der Kulturerbeforschung aus Iran, Irak, Honduras, Indien, Schweden, Spanien, Malta, Mexiko, China, Kolumbien, Peru, Österreich, Türkei, Syrien, USA, Malta, Finnland, Kosovo, Italien, Polen, Brasilien, Südafrika, Ägypten und Deutschland. Wir freuen uns über das internationale Interesse an unserem Kolleg wie die spannenden Forschungsthemen und bedanken uns bei allen Bewerber:innen!

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Workshop: Theorien und Praktiken des Archivs

Sammlungen und Archive waren Gegenstand eines einwöchigen Workshops des Kollegs im Kulturquartier Silent Green (Berlin). Bei einem Besuch im Humboldt-Forum richtete sich das Augenmerk gemeinsam mit Dr. Alfred Hagemann auf die Geschichte des Ortes, die im Zuge der Rekonstruktion überbaut und durch die Musealisierungskonzepte im Haus zitiert wird.

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Konferenz: CENSORSHIP? CONFLICTED CONCEPTS OF CULTURAL HERITAGE

Mehr als 120 Teilnehmer:innen aus 13 Ländern haben sich für die 5. Jahrestagung des Graduiertenkollegs angemeldet. Trotz der aktuell hohen Infektionszahlen der COVID-19 Pandemie in Thüringen kann die Tagung in Präsenz vom 25.-26. November 2021 in Weimar nach der 2G-Regelung stattfinden und im Livestream verfolgt werden.

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Eine Tagung, Maurice Halbwachs zur Erinnerung

In Kooperation mit und unter Federführung von Prof. Dr. Frank Eckardt, Professur für sozialwissenschaftlich Stadtforschung an der Bauhaus-Universität Weimar, dem Centre Maurice Halbwachs in Paris war das DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“ an der Ausrichtung der interdisziplinären Tagung „Der Intellektuelle, die Erinnerung und die Stadt: Maurice Halbwachs im Spiegel des 21. Jahrhundert“ vom 15. bis 17. Oktober 2021 an der Bauhaus-Universität Weimar beteiligt. Hier widmeten sich Expert_innen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz dem Werk des Soziologen und Philosophen Maurice Halbwachs sowie dessen Bedeutung für die Analyse der Gegenwartsgesellschaft. 

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Zvi Efrat ist der zweite Mercator Fellow des Kollegs

Nach mehr als einem Jahr Verzögerung können wir Prof. Zvi Efrat (Tel Aviv) in unserem Kolleg begrüßen. Sechs Monate lang wird er gemeinsam mit uns forschen und am Studienprogramm des Kollegs mitwirken. Prof. Efrat studierte Architektur und Filmwissenschaften in den USA, publizierte zur Architekturgeschichte Israels und den weltweiten Spuren der israelischen Architekturmoderne. Als Architekt war Zvi Efrat an der Planung wichtige Museums- und Gesellschatftsbauten in Israel beteiligt.

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Jüdisches Erbe und Altstadtrekonstruktionen in Frankfurt

In Frankfurt am Main zählten das Jüdische Museum, die in den letzten Jahren entstandenen Totalrekonstruktionen von Teilen der zerstörten Altstadt und die Inszenierung archäologischer Ausgrabungen im öffentlichen Raum zu den Stationen einer eintägigen Exkursion des Kollegs nach Frankfurt am Main.

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