Semestertermine

Die Ringvorlesung des Kollegs findet während des Semesters regelmäßig am Dienstag um 18.30 Uhr im Wechsel an den Standorten des Kollegs (Weimar, Berlin, Dessau und Erfurt) statt. Aktuelle Positionen der Kulturerbeforschung werden in einem 45-minütigen Vortrag vorgestellt und diskutiert. Im Archiv des Kollegs können die Tonaufzeichnungen der Vorlesungen nachgehört werden.

09.04.2024

18:30

Berlin

Ewa Majewska: Widerspruch gegen den Kanon durch weak resistance. Wie kann minoritäres Erbe zurückerobert werden? (ENG)

Wie schon Walter Benjamin richtig bemerkte, wird Geschichte nie von Opfern geschrieben. In den letzten Jahrzehnten konnten wir jedoch beobachten, wie auf unterschiedlichste Weise versucht wurde, Geschichte neu zu schreiben, den Kanon anzufechten, umzugestalten und Raum in der Geschichte einzufordern.

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16.04.2024

18:45

Weimar

Philipp Oswalt: Bauen am nationalen Haus. Rekonstruktionsbauten als Identitätspolitik (GER)

Der Wiederaufbau historischer Symbolbauten gilt als Engagement für historisches Bewusstsein, architektonische Schönheit und Reparatur von Stadtraum. Doch die vermeintlich unpolitischen Fassaden zielen auf eine Änderung unseres Geschichts- und Gesellschaftsverständnisses: Populistisch werden Zeiten vor 1918 idealisiert, Brüche negiert, gewachsene Identitäten überschrieben.

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30.04.2024

18:45

Weimar

Bengü Kocatürk-Schuster: Das Sammeln und Erzählen von Migrationsgeschichte(n) (GER)

Das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD) gründeten Migrant:innen 1990 in Essen, um das historische Erbe von Einwander:innen zu sichern, bewahren und auszustellen.

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28.05.2024

18:45

Weimar

Tilman Walther: Original Bunzlauer – Keramik als Metapher für Identität, Migration und Trauma (GER)

Wie viel Geschichte und wie viele Geschichten können Gegenstände erzählen? Unendlich viele wahrscheinlich. Über Bunzlauer Keramik, einem Produkt Schlesiens, und ihrer mindestens dreigeteilten Migrationsgeschichte zwischen BRD, DDR und Polen kann eine Menge erzählt werden: Eingepresst, gedreht, bemalt und gestempelt waren die Produkte dieses Namens Bedeutungsträger teils antagonistischer Identitätsproduktionen und ihrer kontextabhängigen Geneseerzählungen.

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04.06.2024

18:30

Online

Tuuli Lähdesmäki: Die Kulturerbe-Politik der EU – Europäisches Kulturerbe im Entstehen.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat das politische Interesse an der Entwicklung und Förderung einer gemeinsamen europäischen Geschichte und eines gemeinsamen kulturellen Erbes in Europa zugenommen. Die EU trägt wesentlich dazu bei, dieses Narrativ zu etablieren. Aspekte dieser Idee tauchen in mehreren EU-Beschlüssen, Agenden und Arbeitsplänen für Kultur auf und sind zu gemeinsamen Argumentationen geworden, die sich in den politischen Diskursen der EU wiederfinden. In den 2010er Jahren hat die EU mehrere Initiativen ins Leben gerufen, die darauf abzielen, eine „europäische Dimension“ oder „europäische Bedeutung“ des kulturellen Erbes zu fördern. Eine dieser Initiativen ist das Europäische Kulturerbe-Siegel. Das Interesse am kulturellen Erbe ist zugleich politisch motiviert. In den 2000er Jahren sah sich die EU mit verschiedenen politischen, sozialen und humanitären Herausforderungen konfrontiert (oder Krisen, wie sie in politischen und medialen Diskursen oft genannt wurden), die bei den europäischen Gesellschaften Spuren […]

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11.06.2024

18:45

Sophie Stackmann: Integrität und Erbe – Unversehrtheit, Unberührtheit und Ganzheit als belastete Konzepte des Kulturguterhalts

Europäische Konzepte von kulturellem Erbe basieren darauf, Objekte zu sammeln, zu ordnen und zu konservieren. Dabei ist es ein wesentliches Ziel, die ausgewählten Objekte vor Veränderung zu schützen. Integrität lässt sich als ein umbrella term verstehen, der dieses vielfältige Streben nach größtmöglicher Unversehrtheit im Bereich des kulturellen Erbes beschreibt. Dabei ist Integrität historisch mit Debatten um die Gegensätzlichkeit von Konservieren und Restaurieren verknüpft. Allerdings bezieht sich die Wahrung der Integrität nicht ausschließlich auf materielle Eigenschaften, sondern das Konzept ist moralisch und politisch aufgeladen. Diskurse um Integrität adressieren immer auch Fragen nach der (gewaltvollen) Zuweisung von Identitäten und der Abgeschlossenheit kultureller Räume. In der Folge beschreibt Integrität nicht nur die wünschenswerte Unversehrtheit eines Objekts, sondern dem Begriff wird implizit und explizit ein toxisches Streben nach kultureller Homogenität einbeschrieben. Der Vortrag diskutiert den Begriff der Integrität als einen Schlüsselbegriff für europäische Konzepte von kulturellem […]

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