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Oliver Trepte

Oliver Trepte

Kurzvita

  • 2011-2014 Bachelorstudium der Kunstgeschichte und Filmwissenschaft sowie der Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Thema der Bachelorarbeit: „Saint-Marie de la Tourette. Die Reinterpretation der Klosteridee im Zeitalter der Moderne“
  • 2013-2017 Wissenschaftliche Hilfskraft und Tutor an der Professur für Mittelalterliche Kunst-geschichte bei Prof. Dieter Blume und an der Professur für neuere Kunstge-schichte bei Prof. Reinhard Wegner
  • 2014-2017 Masterstudium der Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Thema der Masterarbeit: „Karl Friedrich Schinkel und Mies van der Rohe. Kontinuität und Historizität der Moderne?“
  • 2018-2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Geschichte und Theorie der modernen Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar bei Prof. Eva von Engelberg-Dočkal
  • Seit 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“ an der Bauhaus-Universität Weimar. Promotionsvorhaben: „August Lehrmann. Architektur und Stadtplanung des Weimarer Stadtbaurates 1909-1945“

Veröffentlichungen


Kontakt

Bauhaus-Universität Weimar
Fakultät Architektur und Urbanistik
DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“
D-99421 Weimar

Sitz: Prellerhaus | 3. OG | Raum 303
Geschwister-Scholl-Str. 6 | D-99423 Weimar
oliver.trepte[at]uni-weimar.de

August Lehrmann. Architektur und Stadtplanung des Weimarer Stadtbaurates 1909-1945

Das Promotionsprojekt behandelt die städtebauliche und architektonische Entwicklung Weimars anhand des Wirkens des dort von 1909 bis 1937 als Leiter des Stadtbauamtes tätigen Stadtbaurates August Lehrmann (1878-1945). Entgegen einer etablierten personalen Erzählung der Stadtgeschichte in der ersten Jahrhunderthälfte konzentriert sich die Arbeit als architekturikonographische Untersuchung auf die Bauten als Quelle, die noch vielfach erhalten, jedoch weitgehend unbeachtet sind. Ergänzt wird dieser Zugang durch einen umfangreichen Bestand an Schriftdokumenten und Planmaterial im Stadtarchiv und im Hauptstaatsarchiv Weimar. Die zentrale Fragestellung ist dabei, welche bauliche Manifestation städtischer Identität Weimar erhielt, dessen historische Bedeutungszuweisung aus einer insbesondere ideen- und geistesgeschichtlichen Tradition hervorging.
Im zeitgenössischen Stakkato kulturpolitischer Ereignisse (Nationalversammlung, Gründung des Staatl. Bauhauses, Ernennung zur Landeshauptstadt etc.) bestand das Stadtbauamt unter Lehrmann über drei politische Systeme und nahm so die Rolle einer Konstante ein, die eine Umsetzung umfassender Bauvorhaben wie des sogenannten „Kulturprojektes“ (1910-1932) überhaupt erst ermöglichte. Die gesamtgesellschaftlichen Aushandlungsprozesse prägten ebenso den Diskurs um die Ausgestaltung der öffentlichen Räume und des Stadtbildes, in dem es wesentlich um den Umgang mit dem vorhandenen Erbe ging. Der Eigenanspruch Lehrmanns, „die bauliche Entwicklung Weimars über die gefährlichen Klippen der modernen Kunstanschauung und -einflüsse hinwegzubringen, ohne als rückständig zu gelten“ (1928), ist als ein wirkmächtiger Versuch der Konstruktion städtischer Identität zu verstehen. Das kulturelle Erbe sollte mit den notwendigen Modernisierungen und dem unvermeidlichen Massenwohnungsbau in Einklang gebracht werden, ohne die kulturhistorische Prägung Weimars nachhaltig zu beeinträchtigen.
Von Interesse wird die Frage nach Widersprüchen, Kontinuitäten sowie einer stilistischen Verortung seines Schaffens, vor allem mit kritischem Blick auf die Heimatschutzarchitektur, sein. Außerdem sind die Akteurskonstellationen in den lokalen Instanzen und der kommunalpolitische Einfluss Lehrmanns zu untersuchen, der in einer Vielzahl städtischer Gremien wie der Baupolizei aktiv war und sich auch oppositionell gegen das Staatliche Bauhaus engagierte. Ebenso muss eine potentielle politische Überzeugung seinerseits hinterfragt werden. Das als Grundlagenwerk angelegte Forschungsprojekt soll das bauliche Wirken Lehrmanns in Weimar nachzeichnen und für sein bisher vernachlässigtes Erbe sensibilisieren, um ein Nachdenken über den zukünftigen Umgang mit diesem anzuregen.