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Jochen Samuel Kibel

Jochen Samuel Kibel

Kurzvita

  • 2013–2016 Masterstudium Soziologie, Technische Universität Berlin
  • 2012–2013 Erasmusstipendium, Universidade Cátolica Portuguesa de Lisboa, Faculdade Ciências Políticas
  • 2009–2013 Bachelorstudium Soziologie und Politikwissenschaften Universität Konstanz

Veröffentlichungen und Vorträge

  • https://www.topoi.org/event/43343/
  • Von Lebensräumlichkeit und Lebensgeschichtlichkeit – Bedingungen und Möglichkeiten einer sozialen Raumzeit. In: der sozius – Zeitschrift für Soziologie. 2/2016, S. 175–189.
  • Stadthabitus und Stadtmythos. Die Rolle diskursiver Praktiken bei der Gestaltung städtischer und architektonischer Ensembles in Dresden. Akademiker Verlag: Saarbrücken 2014.

 


Kontakt

Technische Universität Berlin
Fakultät VI – Planen Bauen Umwelt
Institut für Stadt- und Regionalplanung
Fachgebiet Denkmalpflege
DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“
D-10623 Berlin

Sitz: Ernst-Reuter-Platz 1 | BH-A 340
D-10587 Berlin

jochen.kibel[at]tu-berlin.de

Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit –
Muster der Identifikation und Befremdung im Kontext von Museumsdiskursen

Ziel der Arbeit ist es verschiedene Formen der Identifikation und Befremdung im Kontext von Museumsdiskursen nachzuzeichnen. Da die hier thematisierten Museen einen expliziten Bezug zur Vergangenheit herstellen und diesen in eine räumliche Struktur übertragen, wird ein besonderer Schwerpunkt auf die unterschiedlichen Konstitutionen von Raum und Zeit gelegt. Anhand der hier thematisierten Diskurse um die ergänzende Wiederherstellung des Neuen Museums Berlin und die Umgestaltung des Militärhistorischen Museums Dresden lassen sich unterschiedliche Muster der Diskursivierung der Gebäude und ihrer Ausstellungen finden. Auffällig ist dabei, dass die diskursiven Formationen sich weniger in der Verwendung verschiedener Semantiken und Topoi unterscheiden. So werden etwa die Begriffe Einheitlichkeit und Kontinuität gleichermaßen für die Beschreibung der Gebäude verwendet. Die Muster, nach denen diese Formen der Kohärenzsicherung vollzogen werden, unterscheiden sich allerdings erheblich.

Während einerseits meist eine Zeitschicht als dominant und identitätsstiftend interpretiert wird, wird andererseits gerade der historische Wandel und damit die Andersartigkeit verschiedener Zeitschichten als wesenhaft behauptet. Auch in räumlicher Hinsicht werden ein und dieselben Räume, Architekturen oder räumliche Bezugsrahmen (wie Nation, Stadt, das Globale) sehr verschieden zueinander in Bezug gesetzt. Was als eigen oder fremd, als störend oder harmonisch beschrieben wird, unterschiedet sich auch hier nicht so sehr durch die verwendeten Begriffe, als vielmehr durch den Modus in welchem Räume miteinander verknüpft werden.

Die anhand des eingeschränkten Gegenstandsbereichs von Museumsdiskursen gefundenen und entlang der Differenzkriterien Raum und Zeit unterschiedenen Muster der Identifikation und Befremdung, vor allem aber die zu entwickelnden Analysekategorien zur Vermessung von Raum- und Zeitkonstitutionen erlauben auch den Übertrag auf andere raum- und geschichtssensible Themen wie Debatten im Kontext von Migration, Globalisierung, ‚Leitkultur‘ oder Kosmopolitismus und können einen Beitrag zum besseren Verständnis dieser leisten.