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Svenja Hönig

Svenja Hönig

Kurzvita

  • Seit 2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien, Arbeitsbereich Denkmalpflege, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  • 2014–2016 Studium der Denkmalpflege, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  • 2010–2014 Studium der Kunstgeschichte und Philologie Französisch, Ruhr-Universität Bochum

Veröffentlichungen

  • Hönig, Svenja: Das atmosphärische Ensemble. Bauliche Objektgruppe oder stimmungshafte Erscheinung? In: archimaera # 8: ATMOSPHÄREN, Heft 8, erscheint 2019.
  • Hönig, Svenja; Stackmann, Sophie: [W]Ort der lebendigen Geschichte. Die sprachliche Produktion von Erbe am Beispiel des POLIN-Museums in Warschau. In: Franz, Ute (Hg.): Forschende Frauen 2019, Beiträge Bamberger Nachwuchswissenschaftlerinnen, 11, erscheint Bamberg 2020.
  • Hönig, Svenja: Neue Kompetenzen auf bewährtem Fundament – Das KDWT und der Masterstudiengang Denkmalpflege in Bamberg. In: Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (Hg.): Europäisches Kulturerbejahr (ECHY) 2018 –Erinnerung und Aufbruch, VDL-Jahrestagung in Trier, 10. –13. Juni 2018, erscheint 2020.

Kontakt

Bauhaus-Universität Weimar
Fakultät Architektur und Urbanistik
DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“
D-99421 Weimar

Sitz: Prellerhaus | 3. OG | Raum 303
Geschwister-Scholl-Str. 6 | D-99423 Weimar
svenja.hoenig[at]uni-weimar.de

Emotion und bauliches Erbe (Arbeitstitel)

Die deutsche Fachtradition der Denkmalpflege und ihre Forschung weist eine lange Geschichte des ‚objektiven‘ Erfassens und Bewertens von baulichen Objekten auf. Diese Tradition ist verknüpft mit dem Prozess der Verwissenschaftlichung im 19. und 20. Jahrhundert, bei dem die Prämissen der Naturwissenschaften auf die Geisteswissenschaften übertragen wurden. Eine Entwicklung, die gleichbedeutend mit der Manifestation eines kontrastiven Verständnisses von Emotion und Kognition ist, wobei Emotion und Subjektivität in der Folge von wissenschaftlichen Betrachtungen größtenteils ausgeschlossen wurden, so auch aus der denkmalpflegerischen Forschung.
Aktuelle Bestrebungen in den Geisteswissenschaften zeigen dementgegen, dass die Verhandlung eines Erbes der Vergangenheit immer mit subjektiven Bewertungen, Emotionen und Wertzuschreibungen verbunden ist. So findet sich diese Schnittstelle nicht zuletzt als Forschungsinteresse und relevantes Thema in der postkolonialen Theorie oder den Critical Heritage Studies wieder und erfährt damit insbesondere im anglophonen Sprachraum große Beachtung.
Auch wenn die Relevanz von wissenschaftlichen Ansätzen, welche Emotion in ihre Betrachtung miteinschließen, zunehmend erkannt wird, bleibt die Herausforderung bestehen, das Phänomen der Emotion konkret greifbar zu machen: Was kann Emotion in der Sphäre des baulichen Erbes bedeuten? Wie kann es als eine Dimension für einen theoretischen Zugriff auf Erbe handelbar gemacht werden?
In meiner Dissertation untersuche ich daher die Rolle von Emotion für und im Bereich des baulichen Erbes. Das Interesse meiner Arbeit liegt darin, aufzuzeigen, wie bauliches Erbe, seine Akteursgruppen und deren Motivationen im Zusammenspiel ‚objektiv mess- oder bewertbarer‘ Elemente und emotionaler Faktoren zu verstehen und bewerten sind. In der Interaktion dieser beiden Seiten muss sich Erbe immer wieder neu verorten und wird als ein sozialer Aushandlungsprozess verstanden.