Martha Ingund Wegewitz

Kurzvita

  • seit 2025 Doktorandin am Fachgebiet „Architektur Stadt Ökonomie“ (Prof. Dr. Gabu Heindl), Universität Kassel
  • 2022-2025 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“, Technische Universität Berlin
  • 2022 Tätigkeit als freiberufliche Wissenschaftlerin, Bearbeitung einer Studie zu Arbeitsraumbedarf der Freien Szene Berlin im Auftrag Bündnis Freie Szene Berlin e. V. und der Kulturraum Berlin GmbH
  • 2019-2020 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehraufträge, Chair for Urban Design and Urbanization (Prof. Jörg Stollmann), TU Berlin
  • 2018-2021 Konzeptionierung und Aufbau der Arbeits- und Koordinierungsstruktur für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung, Gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung e. V.
  • Seit 2019 Mitglied von coopdisco, einer Kooperative von Architekt:innen und Urban Designer:innen, die sich für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung einsetzen
  • 2017 Masterarbeit Latenter Alltag – Raumproduktion und Lebenswelten obdachloser Menschen in Berlin mit Tilmann Teske. (Fakultätspreis für die beste Masterarbeit 2017)
  • 2013-2017 Studium Master Urban Design, TU Berlin
  • 2012-2017 Tätigkeit als Landschaftsarchitektin, relais Landschaftsarchitekten
  • 2008-2013 Studium Bachelor Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung, TU Berlin

Kontakt

Technische Universität Berlin
Fakultät VI – Planen Bauen Umwelt
Institut für Stadt- und Regionalplanung
Fachgebiet Denkmalpflege
DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“
D-10623 Berlin

m.wegewitz[at]tu-berlin.de

mw[at]coopdisco.net

https://coopdisco.net/member/martha-wegewitz/


Eine Genealogie des Ausschlusses. Kontinuitäten von Praktiken des Ausschließens und der Unsichtbarmachung obdachloser Menschen im städtischen Raum

Ausgehend von einem Zusammenhang zwischen Obdachlosigkeit, Konstitution von Raum und Praktiken des Ausschlusses und der Unsichtbarmachung verfolge ich in meinem Dissertationsprojekt die Spuren der historischen Gewordenheit des Umgangs mit Obdachlosigkeit in deutschen Städten. Im Kontext des Umgangs mit Obdachlosigkeit werden Kontinuitäten der Exklusion und Gewalt bis in die Gegenwart hinein aufgezeigt. Die Analyse dieser Kontinuitäten ermöglicht ein präziseres Verständnis der gegenwärtigen stadt- und ordnungspolitischen Verfahrensweisen gegenüber obdachlosen und armen Menschen. Die Untersuchung fokussiert dabei Gesetzgebungen, Ordnungspolitiken, bürokratische Prozesse und ihre Umsetzung und Ausführung in Form staatlicher Regulierung, Repression und Gewalt sowie die daraus resultierenden räumlichen Konfigurationen.

Die Untersuchung integriert drei Analyseebenen: Eine kritisch-historische Untersuchung der Praktiken und Regime des Umgangs mit Obdachlosigkeit anhand historischen Materials ermöglicht es, Kontinuitäten zu identifizieren und sichtbar zu machen. Wie diese Kontinuitäten sich im Raum in Form von bestimmten Maßnahmen manifestieren, erkundet eine Reihe von Mappings, die sich mit Fallbeispielen von historischen und gegenwärtigen Räumungen beschäftigen. Die Räumung von Lagerstätten wird dabei als eine überzeitlich relevante Maßnahme verstanden, die im gesamten Untersuchungszeitraum angewendet wird. Die theoretische Kontextualisierung der Wirkmechanismen erfolgt durch eine Einbettung der Kontinuitäten und ihrer räumlichen Materialisierung in die sie beeinflussenden gesellschaftlichen Verhältnisse und den mit diesen verbundenen Diskursen und Ideologien der Ungleichwertigkeit. Das Dissertationsvorhaben kann so dazu beitragen das Verhältnis der Gesellschaft zu obdachlosen Menschen und den Umgang mit ihnen im städtischen Raum verständlich zu machen und aus einer raumforscherischen Perspektive die Funktionsweisen des Ausschlusses sichtbar zu machen, um so eine Kritik an den bestehenden Zuständen zu formulieren.


Veröffentlichungen (Auswahl)

Teske, Tilmann; Wegewitz, Martha (2026): Mapping als Methode zur Erforschung räumlicher Ungleichheiten. Eine methodische und forschungspraktische Reflexion. In: Sowa, Frank; Geiser-Krummenacher, Marisa; Meyer, Tom; Runge, Pauline; Sellner, Nora; Tissot, Anna Xymena; Tsirikiotis, Athanasios (Hg.) (2026): Fragile Behausungen Prekäres Wohnen und Wohnungslosigkeit in Zeiten multipler Krisen. 1. Auflage. Weinheim: Juventa Verlag ein Imprint der Julius Beltz GmbH & Co. KG.

Wegewitz, Martha (2025): Räumungen. Zwei Geschichten einer wiederkehrenden Maßnahme gegen obdachlose Menschen. In: Cornejo Presbítero, Martín; Halili, Arnisa; Höhne, Wolfram; Juutistenaho, Olga; Piela, Beate; Wegewitz, Martha Ingund; Sellmann, Annika (2025): Bodies in, as, of, with, and ‘Identity and Heritage‘, Schriftenreihe des DFG-Graduiertenkollegs 2227 “Identität und Erbe”. Bauhaus-Universitätsverlag, Weimar. https://doi.org/10.25643/dbt.66640

Köpper, Julia; Wegewitz, Martha; Pelger, Dagmar (2022): fem*MAP Berlin 2049: Feminist spatial systems for a non-sexist city. In: Cidades, Comunidades e Territórios, Autumn Special Issue: Action! Feminisms and the spatialization of resistances (Okt/2022), 45-65.

Köpper, Julia; Wegewitz, Martha; Pelger, Dagmar; Stollmann, Jörg (Hg.) (2021): fem*MAP BERLIN. Feminist spatial systems for a non-sexist city. CUD Work Reports No. 1. Berlin: Technische Universität Berlin.

Roberta, Burghardt; Barthel, Bettina; Coelho, Pedro; Tajeri, Niloufar; Pelger, Dagmar; Rochlitzer, Lisa; Rosenthal, Caroline; Teske, Tilmann; Wegewitz, Martha (2018): Studie Gemeinwohl entwickeln: Kooperativ und Langfristig!. Berlin: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Vorträge (Auswahl)

fem*spatial Systems – Raumökonomische Perspektiven auf Stadt und Geschlechterverhältnisse. Städtebau-Kolloquium Universität Stuttgart. Fachgebiet Theorien und Methoden der Stadtplanung. 06/2025 mit Dagmar Pelger

Die Geschichte einer Räumung. 8. Jahrestagung des DFG-Graduiertenkollegs 2227 „Identität und Erbe“: Bodies in, als, von, mit, und „Identität und Erbe“. Technische Universität Berlin. 11/2024

Vom anderen Wohnen und Nicht-Wohnen. Vortragsreihe Wohnpositionen Hochschule Mainz. 05/2024 mit Aslì Varol für coopdisco

Latenter Alltag – Raumproduktion und Lebenswelten obdachloser Menschen in Berlin. WOLOKON 2024: Fragile Behausungen. Prekäres Wohnen und Wohnungslosigkeit in Zeiten multipler Krisen. Technische Hochschule Nürnberg. 02/2024 mit Tilmann Teske

A feminist perspective for Berlin today! What could a non-sexist city look like?. V International Congress Architecture and Gender | ACTION. Feminisms and the spatialization of resistances. 04/2021. mit Julia Köpper und Dagmar Pelger

Die Arbeits- und Koordinierungsstruktur für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Raumkonferenz zur Zukunft unserer Städte. Dresden. 06/2019.

Begleitung eines Hands-on Workshops Das Haus der Kulturen der Welt – in der Welt. Tagung des SFB 1265 Re-Figuration von Räumen: Mapping as a Joint Spatial Display. HKW Berlin. 11/2018. mit Séverine Marguin und Dagmar Pelger

Mapping Spatial Commons: An investigative Method for understanding the preconditions for collectively coordinated spatial (re-)production. Symposium Urban Studies in Education and Research. TU Dresden. 10/2018. mit Paul Klever und Steffen Klotz