Ortrun Bargholz

KURZVITA

  • seit 2019 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DFG-Graduiertenkolleg 2227 »Identität und Erbe«, TU Berlin
  • 2018-2019 Mitarbeit Forschungsprojekt Curatorial Design, Institut für zeitgenössische Kunst, TU Graz
  • 2018 Kuehn Malvezzi Architekten, Berlin
  • 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte, Professur Baugeschichte und Denkmalpflege, Bauhaus-Universität Weimar
  • 2016 Projektkoordination XIII. Internationales Bauhaus-Kolloquium »Dust and Data«, Bauhaus-Universität Weimar
  • seit 2015 Mitgründung und Aufbau des Centre for Documentary Architecture
  • 2008-2016 Architekturstudium, Bauhaus-Universität Weimar, mit Aufenthalten in Paris und Wien
    Masterarbeit: »Rekonstruktion der Moderne. Der Streitfall Haus Wolf, ein vergessenes Werk von Mies van der Rohe.« (Professur Architekturtheorie)

Kontakt

Technische Universität Berlin
Fakultät VI – Planen Bauen Umwelt
Institut für Stadt- und Regionalplanung
Fachgebiet Denkmalpflege
DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“
D-10623 Berlin

Sitz: Ernst-Reuter-Platz 1 | BH-A 340
D-10587 Berlin

OBERFLÄCHE UND ERSCHEINUNG.
Zur strategischen Nutzung zeitgenössischer historisierender Bauten

Der Begriff der architektonischen Erscheinung, welcher die Gesamtheit der visuell wahrnehmbaren Aspekte von Architektur bezeichnet, wird anhand der Fassadenplanen des Berliner Schlosses (1993-94) und der Bauakademie (2001-19) eingeführt. Die These lautet, dass zeitgenössische historisierende Architektur (größtenteils) auf ihre Erscheinung ausgelegt ist und diese strategisch genutzt wird. Dabei handelt es sich vor allem um eine Marketingstrategie, die einerseits öffentlich ausgetragene Entscheidungsprozesse zur Umsetzung ökonomischer Ziele beeinflussen kann. Andererseits wird die historisierende Erscheinung von Eigentumswohnungsbauten als Verkaufsargument genutzt, was anhand der Vermarktungsunterlagen sichtbar wird. Hierbei liegt der Fokus auf der diffusen Ähnlichkeitserzeugung, die in einen intermedialen Vergleich zu Historien-Videospielen gesetzt werden soll.

Ein Zugriff über die Interface-Theorie ermöglicht es herauszuarbeiten, wie neben der kommunikativen Funktion einer architektonischen Oberfläche in einigen Fällen auch eine verschleiernde Funktion erfüllt werden kann. Dies soll anhand der Erstpräsentation (2019) des seitens des Immobilienunternehmens gewünschten Neubaus des Karstadt-Gebäudes am Hermannplatz in Berlin nachgezeichnet werden. Die Interface-Kritik kann zu einer anderen Lesart von Architektur beitragen: Fassaden sind mehr als die Oberflächen von Gebäuden – und Architektur ist nicht primär ästhetisch, sondern auch systemtheoretisch zu begreifen. Ausgehend von dem Grundverständnis, dass Architektur immer einer ökonomischen Verwertung unterliegt, soll dargelegt werden welche spezifische Rolle die historisierende architektonische Erscheinung für die Entstehungsprozesse von Bauprojekten spielt.


VERÖFFENTLICHUNGEN UND VORTRÄGE

PUBLICATIONS AND TALKS

  • Ortrun Bargholz, Clemens Schöll: Architektur als Interface. Vom Gesicht des Hauses zum Pokerface des Investmentobjekts. In: ARCH+ Zeitschrift für Architektur und Städtebau, Heft-Nr. 245 (Fassadenmanifest), 2021, S. 132-139.
  • Ortrun Bargholz: In Berlin Mitte eröffnet eine neue Wrestling Arena. Von Fiktionen, Rekonstruktionen und der Kunst, damit umzugehen. In: Daniel Theiler: Reconstructing Tomorrow, 2021, S. 159-168. 
  • Ortrun Bargholz: Das Haus als Archiv, der Film als Archiv. Die filmische Dokumentation des architektonischen Nachlebens von Harry Rosenthals »Dichterwerkstatt« für Arnold Zweig in Berlin-Eichkamp. In: Collecting Loss, Band I der Schriftenreihe des DFG-Graduiertenkollegs 2227 »Identität und Erbe«, hrsg. von Simone Bogner, Gabi Dolff-Bonekämper, Hans-Rudolf Meier, 2021, S. 56-67. https://doi.org/10.25643/bauhaus-universitaet.4321
  • Ortrun Bargholz: The attempt to achieve coherence. Contradictions in the historical plan material relating to the Bauakademie. In: Total Reconstruction. Re-enacting the Design of Karl Friedrich Schinkels Bauakademie, hrsg. von Wilfried Kuehn, Rebekka Kiesewetter, Dubravka Sekulić, 2022 (im Erscheinen).
  • »Dichterwerkstatt von heute« Die Exilgeschichte eines Atelierhauses, Schriftstellers und Architekten. Architekturvortrag in der Max Lingner Stiftung, Berlin, 2019.
  • »Dichterwerkstatt von heute« Filmisches Dokumentieren als Forschungsmethode: Das Archiv im Film, der Film als Archiv. 2. Jahrestagung des GRK 2227 Identität und Erbe zum Thema »Collecting Loss«, Bauhaus-Universität Weimar, 2018.
  • Rekonstruktion der Moderne – Der Streitfall Haus Wolf, ein vergessenes Werk von Mies van der Rohe. Symposium »Working with Mies«, Ludwig Forum Aachen, 2017.