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Zoya Masoud

Zoya Masoud

Kurzvita

  • Seit 09/2017 / Koordinatorin des Projekts „Unsere Stadt, unsere Geschichte“ am Museum für Islamische Kunst (Filme und wiss. Texte über Altstadt von Aleppo)
  • Seit 02/2017 / Mitarbeiterin im Architekturreferat des Deutschen Archäologischen Instituts, Projekt: Aleppo Basar/3D-Modell (Teilprojekt der „Stunde Null“)
  • Seit 02/2017 / Promotion am Fachgebiet Stadtplanung an der TU Berlin, unter Betreuung von Prof. Dr. phil. Gabi Dolff-Bonekämper und Prof. Dr. Stefan Weber
  • Seit 10/2015 / Museumsführerin im Museum für Islamische Kunst, Projekt „Multaka: Treffpunkt Museum“
  • 05/2015 − 12/2017 / Wissenschaftliche Mitarbeiterin imProjekt „Syrian Heritage Archive“ am Museum für Islamische Kunst
  • 10/2016 − 12/2016 /Akademische Mitarbeiterin im „Aleppo Archive in Exile Project“ an der BTU Cottbus
  • 10/2012 – 05/2015 / Masterstudium an der HafenCity Universität Hamburg: Ressourceneffizienz in Architektur und Planung (REAP)
  • 01/2012 − 08/2012 / Dozentin im Fachgebiet Stadt-und Umweltplanung: Fakultät für Architektur – Universität Damaskus
  • 10/2010 – 07/2012 / Mitarbeiterin in verschiedenen Restaurierungsprojekten beim AKTC (Agha Khan Trust for Culture)
  • 09/2004 – 08/2010 / Studium der Architektur und Stadtplanung an der Universität Damaskus

Kontakt

Technische Universität Berlin
Fakultät VI – Planen Bauen Umwelt
Institut für Stadt- und Regionalplanung
Fachgebiet Denkmalpflege
DFG-Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“
D-10623 Berlin

Sitz: Ernst-Reuter-Platz 1 | BH-A 340
D-10587 Berlin

zoya.masoud[at]gmail.com

zoya.masoud[at]dainst.de

Der Wiederaufbau des Aleppo Suq – Gebaute Umwelt und sozialer Kontext.

Das historische Zentrum von Aleppo, eine der am längsten durchgehend besiedelten Städte der Welt, leidet seit 2013 unter systematischer Zerstörung. Der Bürgerkrieg verursachte untragbare menschliche Verluste und auch viele physische Schäden, die durch den derzeitigen unkontrollierten Nachkriegs-Rekonstruktionsprozess verstärkt werden. Als die Waffen in Dezember 2016 in Aleppo schwiegen, wurden viele Einheimische aus der Stadt Aleppo vertrieben und mussten in andere Gebiete des Landes fliehen. Es wird darüber hinaus befürchtet, dass künftige Wiederaufbaupläne eine weitere Welle von Zerstörung und demographischer Polarisierung mit sich bringen könnten.

Geteiltes Erbe in den öffentlichen Räumen stellt soziale Ressourcen und Erinnerungsorte dar, die nicht nur in Form von physischen Strukturen existieren, sondern sich auch durch räumliche Mobilität und soziale Praktiken manifestieren. In der Zeit nach dem Bürgerkrieg beginnt in den Städten Syriens bereits jetzt der Wiederaufbau. Es stellt sich aber die Frage, wie man den materiellen und immateriellen Verlust innerhalb eines historischen Zentrums bewertet. Der Raum ist nie neutral: Er reflektiert Sicht und Praktiken der privilegierten Sieger eher als diejenigen der benachteiligten Besiegten. Können bzw. sollen Erinnerungen im 21. Jahrhundert virtuell nachgetragen werden oder soll man sie verschwinden lassen? Welche Dimensionen bringen diese Erinnerungen in den Wiederaufbauprozess? Könnte geteiltes Erbe zur Versöhnung innerhalb der Gesellschaft beitragen? Oder könnten solche Interpretationen von Entscheidungsträgern instrumentalisiert werden, um ihre politisch-ökonomische Agenda durchzusetzen bzw. zu rechtfertigen? Wer kann die Wiederbeschaffung des geteilten Erbes in der Nachbürgerkriegszeit leiten? Das Forschungsvorhaben untersucht die materiellen und immateriellen Verluste der Stadt anhand von drei Elementen: des Denkmalwertes und der Schäden im Stadtgefüge sowie der Topographie des Gedächtnisses. Aleppiener*innen identifizieren sich, unabhängig von ihrer politischen Zugehörigkeit, mit ihrem alten Suq und betrachten ihn als Erinnerungsträger. Der Suq von Aleppo war vor allem von Familienunternehmen beherrscht. Diese Tradition hat im Suq Aleppos über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg die geographische und politische Änderung in der globalen Welt überlebt. Deswegen ist der Suq im individuellen und kollektiven Gedächtnis tief verwurzelt. Das Projekt zielt darauf ab, die potentielle Rolle der historisch-beladenen „Shared Spaces“ in der nationalen sozialen Versöhnung zu untersuchen. Im Rahmen dieser Forschung werden seit 2016 Interviews mit Aleppiener*innen (in Aleppo und in der Diaspora) über ihre Erinnerungen und Beziehungen zur Altstadt und zum Suq von Aleppo durchgeführt. Die Interviews sollen beleuchten, wie sich die Wahrnehmung von Erbe und Erinnerungsräumen über Generationen verändert hat, und wie die Koexistenz von Macht, Modernität, Wirtschaft und Erbe im Suq den Wiederaufbau kollektiver Erinnerung beeinflussen kann.